Die neue Matrox MXO2 im Praxis-Test
Technische Unterstützung: Ali Demir
14.10.2008


Die Funktionen laut Datenblatt
Bevor wir angefangen haben zu testen, habe ich mir zuerst das Datenblatt zur MXO2 genau durchgelesen, um einen genauen Überblick über den Funktionsumfang zu erhalten.
Nach dem Datenblatt zu urteilen, wartet die MXO2 mit einigen vielversprechenden Features auf.
Matrox verspricht:
- Echte Mobilität durch den Betrieb mit Standard-Akkus
als Alternative zum reinen Netzbetrieb - Down-Konvertierung in Echtzeit von HD auf SD sowohl beim Monitoring als auch bei der Aufnahme
- Upkonvertierung von SD auf HD
- Crosskonvertierung in Echtzeit von 1080 auf 720
und von 720 in 1080 - Frame-Rate Konvertierung in Echtzeit beim Monitoring
von 23.98 in 29.97 fps - Hardware-Beschleunigung der "Dynamic RT" Einstellungen
in Final Cut Pro - HDMI-Monitorkalibrierung und Pixel-to-Pixel-Mapping
auf dem HDMI-Monitor - Unterstützung von dateibasierten Formaten
- Aufnahme in eine Vielzahl von Codecs
Datenblatt Matrox MXO2 im PDF-Format
Der Lieferumfang
Der Lieferumfang überzeugt auf den ersten Blick. Neben der Break-Out-Box mit Netzteil, befindet sich ein PCIe Adapter für den Betrieb mit dem Mac Pro
und auch noch ein PCIe ExpressCard Adapter zur Verwendung mit dem Mac Book Pro. Auch die I/O Anschlüsse lassen keinen Wunsch offen. Die MXO2 bietet folgende Ein- und Ausgänge:
- HD/SD SDI
- HD/SD-Analogkomponente
- Y/C sowie Composite- Ein- und -Ausgabe
- Genlock - SD analog Black Burst (Bi-Level)
oder HD Tri-Level-Sync - HDMI-Eingang, -Ausgang
- Professionelle Audio Ein- und Ausgänge
mit 5.1 Surround Sound Monitoring - RS-422 Steuerung
Was den Lieferumfang angeht, kommt schon mal die erste Ernüchterung. Das mit der echten Mobilität ist standardmäßig nicht möglich, denn das nötige Zubehör für den Akku-Betrieb ist nicht Teil des Lieferumfangs, sondern nur optional erhältlich. Das ist aber nach unserem Gefühl noch akzeptabel, da sich im Paket immerhin beide Adapter für den stationären und den mobilen Betrieb befinden.
Die Funktionen im Praxis-Test
Unsere Test-Konfiguration sieht folgendermaßen aus:
- 2x2.8GHz Quad-Core Intel Xeon Mac Pro
- Mac OS X Leopard 10.5.5
- ProRes HD Footage
- Matrox MXO2 Software Package Version 1.0
1. Installation und Unterstützte Formate
Nach einer routinierten Treiber-Installation gibt es in den Mac OS X Systemeinstellungen unter "Sonstiges" ein neues Kontrollfeld für die MXO2.
Darüber lassen sich zentral alle Einstellungen für die I/O vornehmen. Weiterhin findet man nun in der einfachen Konfiguration in Final Cut Pro
eine lange Liste von verfügbaren MXO2 Formaten zur Auswahl. Hier könnt Ihr euch ein
Screenshot der verfügbaren Matrox MXO2 Formate in der einfachen Konfiguration anschauen. Weiter wird sonst nichts installiert.
Da ich es im Datenblatt unter den unterstützten Formaten gelesen hatte, komme ich spontan auf die Idee mal OfflineRT auszuprobieren, weil es sehr kleine Dateien für den Offline-Schnitt erzeugt.
Die Suche nach dieser Einstellung ist leider vergeblich. Da kommt schon die nächste Ernüchterung. Alle anderen Formate lassen sich finden, aber ausgerechnet das OfflineRT Format ist nicht verfügbar,
obwohl es explizit im Datenblatt steht.
2. Up- und Down-Konvertierung
Die Downkonvertierung von HD auf SD in Echtzeit bei Video Out funktioniert gut. Auf dem Kontrollmonitor ist ein klares und ruckelfreies Bild.
Wir wollen SD-Material einspielen und die Up-Konvertierung bei Video In testen. Weder im Kontrollfeld noch in Final Cut Pro können wir dafür Einstellungen finden.
Wir probieren alle auch nur entfernt in Frage kommenden Einstellungen aus, allerdings jedesmal ohne Erfolg. Da bleibt nur ein Blick in die Dokumentation und dann stoßen wir
in den MXO2 Release Notes auf die Antwort: "Upscaling and cross-conversion not supported for this release". Das ist schon die dritte Ernüchterung. Wir haben eine halbe Stunde umsonst herumprobiert.
Matrox MXO2 Release Notes im PDF-Format
3. Crosskonvertierung
Wie eben bereits zitiert funktioniert also auch die Crosskonvertierung nicht bei dieser Treiberversion. Das ist wirklich schade, da an der Crosskonvertierung die NTSC-Normwandlung für uns im europäischen Raum eher unbedeutend ist.
Die eigentliche interessante Funktionalität, nämlich die 1024 auf 720 und 720 auf 1024 Wandlung wird noch nicht unterstüzt, obwohl neben der Up-Konvertierung auch die Crosskonvertierung im Datenblatt als verfügbares Feature genannt wird.
4. FCP RT Einstellungen
Mich persönlich hat besonders die Info zur Hardware-Beschleunigung der "Dynamic RT" Einstellungen in Final Cut Pro neugierig gemacht.
Wir stellen die RT-Einstellungen auf unbegrenzt Echtzeit ein und die Wiedergabequalität und die Bildwiederholrate auf dynamisch.
Wir können nichts von Hardware-Beschleunigung feststellen, im Gegenteil, die Timeline spielt viel ruckeliger (ca. nur noch jedes 3. Bild) und qualitativ schlechter ab als vorher.
Komischerweise ist die optimale Einstellung die Kombination von unbegrenzter Echtzeit sowie Wiegegabequalität und Bildwiederholrate in hoher Qualität.
Eigentlich müsste ja, auch wenn von Hardware-Beschleunigung der MXO2 nichts zu sehen ist, Final Cut Pro selbst softwaremäßig bessere Performance bei den dynamischen Einstellungen bieten.
5. HDMI Features
Ich möchte aber natürlich auch auf die positiven Aspekte eingehen. Die HDMI-Funktionen, insbesondere die Möglichkeit der Monitorkalibrierung finden wir gut.
Das bieten soweit wir wissen andere Produkte in dieser Form nicht an.
6. Loggen auf Aufnehmen Fenster
Mir ist beim Capturen eine nettes Feature aufgefallen. Bei den analogen Component-Signalen ist es direkt im Loggen und Aufnehmen Fenster möglich, Kalibrierungen für Farbton und Sättigung etc. einzustellen.
Bei anderen Produkten wie z.B. der AJA Io HD gibt es dafür eigene Kontrollfelder, aber die Einstellmöglichkeit direkt in Final Cut Pro so wie bei der MXO2 wird in der Regel nicht unterstützt.
Das finde ich komfortabel, da ich ungern immer zwischen Applikationen hin und her springe.
Unser Fazit
Für ca. 1200 EUR netto ist die Matrox MXO2 sicherlich ein interessantes Produkt. Die Anschlussmöglichkeiten und die HDMI Features überzeugen. Allerdings ist das Einzige, was die MXO2 zur Zeit anscheinend hardwaremäßig bietet, die Down-Konvertierung in Echzeit. Die aktuelle Treiber-Version unterstützt vielleicht gerade mal die Hälfte der im Datenblatt angekündigten Features.
Matrox sollte sehr bald ein Treiber-Update herausbringen. Wenn es nochmal 6 Monate dauern sollte bis das Produkt den vollen Funktionsumfang erfüllt, dann könnten die potentiellen Kunden schnell das Interesse daran verlieren.
- Lokale Effekt- und Bewegungs-Favoriten erstellen
- Filtereffekt einem Teilbereich eines Edits zuweisen
- Generatoren und Grafiken mit langer Dauer ...
- Versteckte Funktionen in Final Cut Pro 6 (Teil 2)
- Versteckte Funktionen in Final Cut Pro 6 (Teil 1)
- Quadratische / Nicht-Quadratische Pixel (Teil 2)
- Quadratische / Nicht-Quadratische Pixel (Teil 1)
- Subclips und Subsequenzen erstellen
- Filter in richtiger Reihenfolge als Filtersatz sichern
- Transition auf mehrere Edits gleichzeitig zuweisen
- Slip und Slide per Tastatur-Shortcuts
- Navigation zwischen Tabs innerhalb des Fensters
- FCP Batchliste zwischen Sprachversionen ...
- Swap-Edit auf der Timeline
- Größe des Video-Overlays ändern
- Ein Daumenkino-Effekt aus Photoshop-Ebenen
