Quadratische und Nicht-Quadratische Pixel
Teil 1 - Standard Definition (SD)

Autor: Aykut Sensoy
Ich bin in einer populären Fachzeitschrift für digitale Produktion in verschiedenen Artikeln mehrmals auf die Aufforderung gestoßen, eine Grafik in Photoshop mit 720x576 Pixeln für die Weiterverarbeitung in Final Cut Pro anzulegen. Das ist schlicht und einfach falsch. Es sollte zumindestens dazu immer der Hinweis erfolgen, dass es sich um ein nicht-quadratisches Pixelseitenverhältnis handeln muss. Denn alle modernen SD Digital Video Formate arbeiten ausschließlich mit nicht-quadratischen Pixeln. Dagegen arbeitet Photoshop grundsätzlich immer mit quadratischen Pixeln. Man kann zwar auf das nicht-quadratische Pixelseitenverhältnis in Photoshop umschalten, aber es kommt eine Warnung mit dem Hinweis, dass Photoshop dabei nur im Vorschau-Modus arbeiten kann. Besser ist es also in Photoshop ganz normal mit quadratischen Pixelseitenverhältnissen zu arbeiten. Wie ist aber die Beziehung zwischen quadratischen und nicht-quadratischen Pixeln und wie lege ich in Photoshop die Grafiken korrekt an damit sie von Final Cut Pro auch richtig interpretiert werden?

Über das technische Hintergrundwissen zu nicht-quadratischen Pixelseitenverhältnissen möchte ich gar nicht viel sagen, sondern an dieser Stelle 2 Artikel zu diesem Thema empfehlen, wo alle nötigen Informationen dazu nachzulesen sind.
a) http://www.slashcam.de/artikel/Grundlagen/Pixelverhaeltnisse_und_woher_sie_kommen.html
b) http://www.vistavision.de/tutorials/palvideo/tutorial_pal_4x3.html

Beide Artikel ergänzen sich und es werden wegen des Sicherheitsrandes (Analog Blank) und mathematischen Ungenauigkeiten bei der Umrechnung unterschiedliche Auflösungen für das korrekte quadratische Pixelseitenverhältnis empfohlen, was zur Verwirrung führen kann.

Da wir aber weder Mathematiker noch Physiker sind, sondern Videoeditoren, interessiert uns eigentlich nur wie wir die Grafiken in Photoshop so anlegen, so dass Final Cut Pro sie korrekt in das nicht-quadratische Pixel-Seitenverhältnis überführen kann.

Für alle nachfolgenden Informationen gilt: Nach dem Import in Final Cut Pro ist im Browser in der Spalte "Pixelformat" zu prüfen, ob Final Cut Pro die Grafik korrekt als quadratisch interpretiert hat, sonst ist mit Ctrl-Klick oder rechter Maustaste auf "Quadratisch" umzuschalten. Final Cut Pro erkennt auf die Hintergrund-Ebene reduzierte Photoshop-Grafiken nach dem Import in der Regel im richtigen Seitenverhältnis. Bei Photoshop-Ebenendateien muss man ggf. manuell auf "Quadratisch" beim Pixelformat umschalten. Diese Überprüfung muss vor dem Schneiden in die Timeline erfolgen. Im nachhinein geänderte Pixelseitenverhältnisse im Browser wirken nicht auf die Clips in der Timeline. In so einem Fall muss die Grafik nach dem Umstellen des Pixelseitenverhältnisses erneut in die Timeline geschnitten werden.

1. Für MiniDV, DV-CAM, DVCPro 25, DVCPro 50, DigiBeta, Betacam in der sog. 4:3 PAL SD-Auflösung müssen die Grafiken in Photoshop quadratisch mit 768x576 Pixeln angelegt werden (siehe Illustration).

4:3 SD-Auflösung

2. Für MiniDV, DV-CAM, DVCPro 25, DVCPro 50, DigiBeta, Betacam in der sog. 16:9 PAL SD-Auflösung (anamorphotisch) müssen die Grafiken in Photoshop quadratisch mit 1024x576 Pixeln angelegt werden (siehe Illustration).

16:9 SD-Auflösung



Fortsetzung Teil 2 - High Definition (HD)