Transition auf mehrere Edits gleichzeitig zuweisen

Autor: Aykut Sensoy
Ich habe auf der Tutorial-Übersichtsseite im Bereich "Final Cut Pro Docs" auf ein interessantes Dokument verlinkt, das Final Cut Pro mit der Avid Software vergleicht und die Vorteile von Final Cut Pro mehr als deutlich macht. Allerdings wird in diesem Dokument irrtümlicherweise behauptet, dass Final Cut Pro nicht fähig sein soll, eine Transition auf mehrere Edits gleichzeitig zuzuweisen. Ich hatte in dem vorherigen Tutorial bereits mit dem Mythos aufgeräumt, dass ein Slip oder Slide in Final Cut Pro über die Tastatur nicht realisierbar sei. Mit diesem Tutorial möchte ich demonstrieren, dass man in Final Cut Pro sehr wohl eine Transition auf mehrere Edits gleichzeitig zuweisen kann.

1. Standardübergang festlegen

Final Cut Pro Standardübergang festlegenFinal Cut Pro muss vorher die Information erhalten auf welche Transition er sich standardmäßig beziehen soll, wenn mehrere Clips gleichzeitig mit einem Übergangseffekt versehen werden sollen. In Final Cut Pro existiert eine Funktion "Standardübergang festlegen", welches für diesen Zweck hervorragend geeignet ist. Zuerst suchen Sie sich in der Effekte-Palette den gewünschten Übergangseffekt heraus und klicken mit der rechten Maustaste (bzw. Ctrl+Klick) darauf. Im Kontextmenü wählen Sie den Menüpunkt "Standardübergang festlegen". Daraufhin wird der Übergangseffekt unterstrichen dargestellt, was ein Zeichen für die erfolgreiche Definition dieser Transition als Standardübergang ist.

2. Dauer für Standardübergang einstellen

Final Cut Pro Dauer für Übergang einstellenDie Standarddauer von Transitions in Final Cut Pro beträgt 1 Sekunde. Falls die Transitions eine andere Dauer haben sollen, wäre es sehr mühselig alle im nachhinein mit einer neuen Dauer zu versehen. Daher sollte als nächstes die Dauer für den Übergang definiert werden. Dafür geht man in der Listenansicht im Browser in die Spalte "Dauer" neben der gewünschten Transition und ändert einfach die Standarddauer. Eine Alternative wäre auch die Transition vorher als Effekt-Favorit zu sichern und dann den Favoriten als Standardübergang zu definieren und die Dauer des Favoriten anzupassen. So hätte man für die Zukunft seine eigenen Einstellungen unter den Favoriten immer griffbereit.

3. Standardübergang auf alle ausgewählten Clips zuweisen

Ausgewählte Clips in der Final Cut Pro TimelineJetzt kommt der kleine Kniff mit dem das gleichzeitige Zuweisen einer Transition auf mehrere Clips erst möglich wird. Wählen Sie alle Clips auf der Timeline aus zwischen denen eine Transition eingefügt werden soll. Aktivieren Sie die Snapping-Funktion und platzieren Sie den Playhead am Anfang des ersten ausgewählten Edits. Ein grünes L-Symbol sollte im Canvas unten links als visuelle Hilfe erscheinen, wenn Sie sich tatsächlich auf dem ersten Frame befinden.

Final Cut Pro Overlay-MenüNun ziehen Sie die ausgewählten Clips per Drag and Drop von der Timeline in den Canvas hinein und legen die Clips im erscheinenden Overlay-Menü auf "Überschreiben mit Übergang" ab. Die selben Clips auf der Timeline überschreiben sich dadurch quasi selbst ab der Playhead-Position, aber diesmal mit Übergang. Dabei muss man natürlich die Quelle-Ziel-Beziehung im Auge behalten, d.h. die Zielspur sollte natürlich die gleiche Spur sein auf dem die Clips schon gelegen haben. Vorsichtshalber können auch unbeteiligte Spuren gesperrt werden, um unerwünschte Änderungen zu vermeiden. Ich z.B. dupliziere bei solchen Aktionen gerne die Sequenz und probiere es erst einmal auf der Kopie aus. Wenn man Audio und Video Clips gleichzeitig mit Transitions versehen will, sollte man kontrollieren ob die Audioclips mit den Videoclips verbunden sind oder nicht. Wenn es sich nicht um verbundene Clips handelt, sollte die o.g. Methode bei den Video- und Audiospuren separat durchgeführt werden, da ich gelegentlich eine fehlerhafte Zuweisung der Audio-Transitions beobachtet habe. Weiterhin sollten Gaps zwischen den Clips vermieden werden, da sie eine weitere potentielle Fehlerquelle darstellen.