Versteckte Funktionen in Final Cut Pro 6 (Teil 1)
01.03.2008
1. Ausschalten der Clipnamen und Labels
Diese Funktion ist in der offiziellen Dokumentation nicht zu finden sondern nur in den aktuellsten Release Notes, da sie erst mit dem 6.02 Update von Final Cut Pro verfügbar ist.
Es ist nun möglich die Clipnamen der Audio- und Video-Clips auf der Timeline auszuschalten, um den Inhalt der Clips besser sehen zu können.
Das ist besonders hilfreich wenn sich der Cutter z.B. die Audio-Waveforms dazuschaltet. An den Stellen wo sich der Clipname befindet, konnte man bis jetzt die Audio-Waveforms
nicht richtig erkennen, weil sie grundsätzlich immer durch den Clipnamen überlagert wurden (vgl. Abb. 1). Nun ist es im Einblendmenü möglich,
welches sich öffnet wenn man auf den Pfeil-Button in der Timeline links unten klickt, die Audio- und Video-Clipnamen ein- bzw. auszublenden. Mit ausgeblendeten
Clipnamen kann man jetzt z.B. viel besser Keyframes über den Audiowaveforms ohne störende Clipnamen am Anfang des Clips setzen (vgl. Abb. 2).
Wer gerne mit Clip-Etiketten arbeitet, dem sei auch gesagt, dass diese sich nun ebenfalls in der Timeline ein- und ausschalten lassen. Wer also gerne seine Assets
im Browser mit farbigen Clip-Etiketten gruppiert, kann jetzt genauso wie bei den Clipnamen verhindern, dass die Farbigkeit im Browser auch auf der Timeline erscheint.

Abb. 1 (Timeline mit eingeschalteten Audio- und Video-Clipnamen)

Abb. 2 (Timeline mit ausgeschalteten Audio- und Video-Clipnamen)
2. Zentriert an der Playhead-Position zoomen
Es ist nun möglich auf der Timeline direkt an der Playhead-Position ein- bzw. auszuzoomen. Dabei bleibt der Playhead zentriert auf dem Bildschirm und verschwindet nicht
mehr wie früher ausserhalb des sichtbaren Bereichs wenn man in die Timeline einzoomt.
Das hier ist eine wirklich wichtiges Feature auf den sicherlich sehr sehr viele Leute gewartet haben. Auch diese Funktion ist erst ab dem 6.02 Update implementiert und ist
daher wahrscheinlich ebenfalls außer in den Release Notes nirgendwo dokumentiert. Es handelt sich um ein echtes Geheimfeature, weil diese Funktion nicht über irgendein
Menü, Symbol bzw. vordefiniertes Shortcut erreichbar ist. Diese müssen selbst eingerichtet werden. Dafür muss zuerst die Tastenliste im Menü
"Werkzeuge" geöffnet bzw. der Shortcut Alt+J gedrückt werden. Im Suchfeld gibt man nun den Suchbegriff "Abspielposition" oder "Timeline" ein
und es werden unter anderem die beiden neuen Funktionen "Bereich der Abspielposition in der Timeline verkleinern" und "Bereich der Abspielposition in der Timeline vergrößern" aufgelistet (vgl. Abb. 3).

Abb. 3 (Tastenliste mit dem Suchbegriff "Timeline")
Diese beiden Funktionen können per Drag and Drop in die Symbolleiste der Timeline gezogen werden und stehen dann immer als anklickbare Buttons zur Verfügung. Sie können zwar auch in einer Symbolleiste eines anderen Fensters abgelegt werden,
greifen aber trotzdem nur in der Timeline. Daher sind sie an anderer Stelle als in der Timeline-Symbolleiste nicht sinnvoll platziert (vgl. Abb. 4).
Wer diese beiden Funktionen aus Performance- und Workflow-Gründen sinnvollerweise lieber auf Tastatur-Shortcuts zuweisen möchte,
kann im Menü "Werkzeuge" die Tastaturbelegung anpassen. In diesem Beispiel wurden die beiden Funktionen "Bereich der Abspielposition in der Timeline verkleinern" und "Bereich der Abspielposition in der Timeline vergrößern" auf Apfel+ä und Apfel+ö gelegt, da diese nebeneinander stehenden Tasten standardmäßig noch nicht vorbelegt und mit Hilfe der Apfel-Taste schnell griffbereit sind (vgl. Abb. 5).

Abb. 4 (Symbolleiste der Timeline mit den zusätzlichen Buttons)

Abb. 5 (Zugewiesene Tasten in der Tastaturbelegung)
3. Umbenennen der Clips in der Capture Scratch
Dieses wunderbare Feature, was in der neuen Version 6 von Final Cut Pro standardmäßig integriert ist, erweist sich in vielen Situationen als sehr nützlich.
Zum Beispiel haben Sie mit der Direkt-Aufnahmefunktion digitalisiert und dabei vergessen vorher eine Bezeichnung für den Clip einzutragen, dann erzeugen Sie einen Clip mit der Bezeichnung "Untitled" in der Capture Scratch und im Browser.
Wenn Sie nun im Browser nachträglich den Untitled-Clip umbenennen ändert sich der Source-Clip in der Capture Scratch trotzdem nicht und bleibt "Untitled".
Früher musste der Clip manuell in der Capture Scratch umbenannt werden und wieder über die Funktion "Medien erneut verbinden" wieder verknüpft werden, da der Clip im Browser nach dem Umbenennen offline wurde.
Jetzt gibt es in Final Cut Pro 6 im Menü "Modifizieren" die beiden Funktionen "Passender Clip für Datei" sowie "Passende Datei für Clip" (vgl. Abb. 6).
Damit kann man entweder die Clips im Browser an die Dateinamen in der Capture Scratch angleichen oder umgekehrt die Source-Clips in der Capture Scratch an die Clipnamen im Browser. Um beispielsweise die Umbenennung wie im oben genannten Fall zu realisieren,
benennt man den Clip im Browser um und wählt dann im Menü "Modifizieren -> Umbenennen -> Passende Datei für Clip". Dann erscheint eine Warnung, die den User darauf hinweist, dass eine Änderung in der Capture Scratch erfolgt (vgl. Abb. 7).
Diese Meldung, die man auch für die Zukunft deaktivieren kann, kommt nur vorsichtshalber, da ja Final Cut Pro grundsätzlich nicht-destruktiv arbeitet, d.h. gewöhnllich keine physikalischen Änderungen an der Quelldatei vornimmt.

Abb. 6 (Menü "Modifizieren" mit offenem Unterpunkt "Umbenennen")

Abb. 7 (Warnung wenn die Quelldatei auf dem Volume modifiziert werden soll)
4. Beim Start ein leeres Projekt erzwingen
Wer kennt nicht das Problem: Man hat zuletzt an einem umfangreichen Projekt gearbeitet und muss beim nächsten Start von Final Cut Pro minutenlang warten bis das Projekt wieder geladen worden ist, obwohl man vielleicht ein anderes Projekt beginnen möchte.
In Final Cut Pro ist in den Benutzereinstellungen im Reiter "Allgemein" das Kontrollkästchen "Bei Programmstart letztes Projekt öffnen" standardmäßig aktiviert (vgl. Abb. 8).
Entweder man deaktiviert hier das Kontrollkästchen und hat dann immer ein leeres Projekt bei Programmstart oder man benutzt ein neues verstecktes Feature von Final Cut Pro, welches auch erst seit dem 6.02 Update in Final Cut Pro drin ist.
Der neue Trick ist beim Starten von Final Cu Pro die Shift-Taste (Umschalt-Taste) gedrückt zu halten. Das Drücken der Shift-Taste zwingt Final Cut Pro dazu
die o.g. Benutzereinstellung temporär zu überschreiben und gleich mit einem leeren Projekt zu starten anstatt das letzte Projekt zu öffnen.

Abb. 8 (Benutzereinstellungen mit dem Verhalten bei Projektstart)
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- Filtereffekt einem Teilbereich eines Edits zuweisen
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- Versteckte Funktionen in Final Cut Pro 6 (Teil 2)
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- Quadratische / Nicht-Quadratische Pixel (Teil 1)
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- Transition auf mehrere Edits gleichzeitig zuweisen
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- Swap-Edit auf der Timeline
- Größe des Video-Overlays ändern
- Ein Daumenkino-Effekt aus Photoshop-Ebenen
